Meine Erfahrungen mit der VEBEG: Besichtigung des Wolfsrudels

Meine Erfahrungen mit der VEBEG: Von Kontaktschwierigkeiten, spontanen Besuchen bei der Bundeswehr und wilden Tieren im Bauch des bösen Wolfs.

4 Mercedes 250 GD

4 Mercedes 250 GD

Schlechte Erfahrungen mit dem Kontakt zur VEBEG

Meine erste Online-Erfahrung mit der VEBEG sind eine Menge kläglicher Informationen. Ich kaufe doch keinen Mercedes Wolf über die VEBEG auf Verdacht. Die Preise der VEBEG der letzten sechs Jahre kenne ich schon. Aber ich will sehen, wofür ich das Geld ausgebe.

Den Ausschreibungen der Wölfe ist eine Kontaktnummer der jeweiligen Bundeswehr-Kaserne beigelegt. Also anrufen und sich persönlich nach dem Zustand und einem möglichen Besichtigungstermin erkundigen. Eigentlich ganz einfach.

Denkste. Die dürftigen Information auf der Verkaufseite der VEBEG werden noch getoppt durch die dürftigste Kommunikation mit der Bundeswehr. Auch nach unzähligen Anrufen der 3 angegebenen Nummern über mehrere Tage und Uhrzeiten hinweg nimmt dort niemand ab. Ich bekomm die Kriese.

Noch habe ich keine Erfahrungen mit der VEBEG. Was tun? Auf Verdacht bieten? Ohne den Zustand der Mercedes Wölfe der Bundeswehr besichtigt zu haben? Definitiv nicht! Wo ein Wille, da auch ein Weg: Wir fahren einfach auf Verdacht und ohne Anmeldung zur nächsten Kaserne der Bundeswehr. Dort stehen laut VEBEG 4 Mercedes 250 GD Baujahr 1990 mit kurzem Radstand und Planenverdeck. Von der Seite aus  beste Voraussetzungen.

Gute Erfahrungen mit der Besichtigung der Wölfe

Anmeldung vor der Bundeswehr-Kaserne

Ferien. Ich habe Zeit. Egal. Wir fahren jetzt dahin! Nach gescheiterter Kontaktaufnahme zur Bundeswehr geht es an einem Montagmorgen los: Ziel Kaserne. Mit nichts als der Kopie einer unbeantworteten E-Mail an den zuständigen Sachbearbeiter der Bundeswehr für den Verkauf der Mercedes Wölfe.

Kasernentor. Durchatmen. Keine Erfahrungen mit der VEBEG oder der Bundeswehr. Kleine Notlüge. Wir sind wegen eines Termins mit dem zuständigen Sachbearbeiter zur Besichtigung der Mercedes Wölfe hier. Stimmt ja, der weiß bloß von nichts. An der Schranke stoße ich mit meinem Begehr auf taube Ohren. Ohne Besucherschein ist das Betreten der Kaserne für Zivilisten nicht möglich.

Wir werden zu dem Empfangshäuschen verwiesen. Dort erklären wir noch einmal unser Anliegen. Der mit VEBEG-Auktionen erfahrene Sachbearbeiter der Bundeswehr im Bereich Objektmanagement ist seit einer Woche krank. Deswegen wohl die gescheiterten Kontaktversuche. Nach einem langen Hin und Her war dann trotzdem jemand gefunden, der uns die Mercedes Wölfe zeigen kann: Der Hausmeister.

Wir geben unsere Ausweise im Tausch gegen Besucherscheine ab und warten aufgrund der sich wiederholenden Regenschauer im Jeep. Wir haben es letztendlich auch ohne Terminvereinbarung mit der VEBEG geschafft. Es scheint sich fast niemand die Mercedes Wölfe vor dem Gebotstermin zu besichtigen. Auch die Diensthabenden gingen anfangs davon aus, dass wir gekommen sind, um direkt einen Mercedes 250 GD abzuholen.

Nach einer viertel Stunde kommt dann tatsächlich jemand im VW Bus, um uns abzuholen. Das Wetter hat sich auch wieder beruhigt. Wir fahren an Reihen von Militärfahrzeugen vorbei. Ständig muss der VW auf uns warten, weil mein Vater wie selbstverständlich alles fotografieren muss. Der Hausmeister amüsiert sich über unsere Begeisterung für solch schrottige Bundeswehrfahrzeuge.

In Kolonne geht es durch das Kasernengelände

In Kolonne geht es durch das Kasernengelände

Besichtigung der 4 Mercedes Wölfe und 2 Unimogs

jetzt dürfen wir unsere ersten Erfahrungen mit den Versteigerungsobjekten der VEBEG machen. Auf dem allerletzten Schlammplatz der Kaserne stehen sie dann: Vier Mercedes 250 GD und zwei Mercedes Unimog. Ein Augenschmaus. Ich schaue mir die Wölfe an, mein Vater die Unimogs.

4 Mercedes 250 GD, 2 Unimogs und ein Jeep

4 Mercedes 250 GD, 2 Unimogs und ein Jeep

Das Rudel Wölfe ist in einem erstaunlich guten Zustand. Bis auf die in den Ausschreibungen der VEBEG erwähnten „leichten Korrosionsschäden mit Durchrostungen“. Wenigstens sehen die allseits bekannten Radaufhängungspunkte weitestgehend in Ordnung aus. Die OM 602 Motoren der Mercedes 250 GDs springen vorhersehbarerweise nicht an. Ob es an der kompletten Entladung der zwei Nato-Blöcke, den zum Teil fehlenden Tankdeckeln oder den Tieren im Motorraum liegt, ist unklar.

Der Igel lag im Motorraum eines Mercedes Wolfs

Der Igel lag im Motorraum eines Mercedes Wolfs

Und das sind nur die offensichtlichsten Gründe. Ich habe ja noch keine Erfahrungen mit dem Wolf der Bundeswehr. Die Wölfe sollen aber eigenständig auf den Platz gefahren worden sein. So oder so, den robusten OM 602 des Mercedes 250 GD bekommt man schon wieder zum Laufen.

Für mich ein weiterer wichtiger Punkt: Eine Ladefläche im Heck von gemessenen 1,86 Metern. Für mich unumgänglich, da ich darin mit meinen 1,88 Metern Größe mit leicht eingezogenen Beinen schlafen kann. Natürlich nur dann, wenn die hinteren Sitze ausgebaut und die vorderen nach vorne geklappt sind. Die Dachplanen sind etwas undicht. Nichts, was man nicht reparieren könnte.

Mercedes Wolf - Blick durch die Hecktür

Mercedes Wolf – Blick durch die Hecktür

Ansonsten sind die Wölfe der Bundeswehr genauso spartanisch wie erwartet und gewollt. Was nicht da ist kann auch nicht kaputt gehen. Der Hausmeister kann jedenfalls die Begeisterung über die ausgemusterten Mercedes Wölfe überhaupt nicht verstehen: „Wie kann man sich nur so etwas antun?“

Vordersitze Mercedes 250 GD

Vordersitze Mercedes 250 GD

Doch genau so etwas will ich mir antun. Zumindest rede ich mir das ein. Ich bin auf jeden Fall überzeugt: Ich will einen Mercedes 250 GD und der kurze Radstand reicht zum drin schlafen.

Amaturen Mercedes 250 GD - Der Kilometerzähler ist mindestens schon einmal überderdreht

Amaturen Mercedes 250 GD – Der Kilometerzähler ist mindestens schon einmal überdreht

Eigene Erfahrungen mit der VEBEG kann man nur selbst machen

Es zeigt sich mal wieder: Erfahrungen kann man nur selbst machen. Egal womit. Einfach zu der von der VEBEG für die Besichtigung angegebenen Bundeswehrkaserne hinfahren und sehen, was da tatsächlich für Wölfe in welchem Zustand herumstehen.

Ich habe nun Dank der flexiblen und netten Mitarbeiter der Bundeswehr alle Informationen über die Wölfe. Letztendlich unterscheiden sich die Zustände der Mercedes 250 GD nicht drastisch voneinander. Durch ständige Wartung sind die Mercedes Wölfe einigermaßen in Schuss gehalten worden. Nur bei Zustandsbeschreibungen mit Schlagworten wie „nur als Ersatzteilspender geeignet“ oder „Ausgeschlachtet“ würde ich aufpassen. Man sollte wissen, worauf man sich einlässt.

Und so sind eigene Erfahrung mit der VEBEG durch eine persönliche Besichtigung in der Bundeswehrkaserne trotz aller Hürden Pflicht! Die Soldaten und Zivilangestellten der Bundeswehr telefonieren zwar nicht gern, helfen dafür aber vor Ort umso bereitwilliger.

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